Boden ist eine endliche Ressource

Täglich werden in Niedersachsen mehrere Hektar Boden für Siedlungen und Verkehr versiegelt. Dieser Trend gefährdet die Landwirtschaft und das Klima gleichermaßen.

Boden erfüllt lebenswichtige Funktionen für unser Ökosystem. Er speichert Wasser und filtert Schadstoffe aus dem Grundwasser. Er bindet Kohlenstoff und bietet Lebensraum für unzählige Organismen. Jeder versiegelte Quadratmeter verliert diese Fähigkeiten unwiederbringlich.

In Niedersachsen liegt der tägliche Flächenverbrauch bei rund vier Hektar. Das entspricht etwa fünf Fußballfeldern pro Tag. Die Bundesregierung hat das Ziel formuliert den täglichen Flächenverbrauch auf unter 30 Hektar bundesweit zu senken. Niedersachsen trägt dazu einen wesentlichen Teil bei.

Innenentwicklung vor Außenentwicklung

Der wichtigste Grundsatz lautet: Innenentwicklung vor Außenentwicklung. Bevor neue Flächen am Ortsrand erschlossen werden, sollten Baulücken und Brachen im Ortskern genutzt werden. Viele Gemeinden haben ein erhebliches Innenentwicklungspotenzial das bisher nicht genutzt wird.

Ein Baulückenkataster hilft bei der Identifikation dieser Potenziale. NIKIS empfiehlt allen Kommunen ein solches Verzeichnis aufzubauen. Es bildet die Grundlage für eine gezielte Ansprache der Eigentümer und die Entwicklung passender Nutzungskonzepte.

Verdichtung intelligent gestalten

Nachverdichtung bedeutet nicht automatisch den Verlust von Grünflächen. Mit kluger Planung lassen sich Wohnraum und Grün miteinander verbinden. Mehrgeschossiger Holzbau ermöglicht eine höhere Ausnutzung bei gleichzeitig geringem ökologischen Fußabdruck.

In vielen Einfamilienhausgebieten könnten durch Aufstockung oder Anbau zusätzliche Wohneinheiten entstehen. Der Bebauungsplan kann solche Maßnahmen gezielt ermöglichen. Das spart Fläche und schafft gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum.

Handwerk für die Nachverdichtung

Der Umbau und die Aufstockung bestehender Gebäude erfordert handwerkliches Können. Gerade bei Holzrahmenkonstruktionen kommt es auf Präzision an. Jeder Balken muss exakt sitzen um Tragfähigkeit und Dämmwirkung zu gewährleisten. Das setzt jahrelange Erfahrung und Ausbildung voraus.

Holzbau ist dabei besonders geeignet für Aufstockungen. Das Material ist leicht und reduziert die zusätzliche Belastung auf das Fundament. Gleichzeitig speichert Holz CO₂ und verbessert die Ökobilanz des Gebäudes. Ohne qualifiziertes Handwerk bleiben Nachverdichtungsprojekte jedoch Theorie.

Handwerker in blauer Arbeitskleidung bohrt an einem Holzrahmen in einer Werkstatt
Nachhaltiger Holzbau braucht qualifizierte Handwerker

Flächensparziel

Niedersachsen strebt eine Reduktion des Flächenverbrauchs auf unter zwei Hektar pro Tag an. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Kommunen verstärkt auf Innenentwicklung und nachhaltige Verdichtung setzen. NIKIS unterstützt Gemeinden bei der Erarbeitung entsprechender Konzepte.

Entsiegelung als Chance

Nicht nur die Vermeidung neuer Versiegelung zählt. Auch die Rückgewinnung bereits versiegelter Flächen ist ein wichtiger Baustein. Leerstehende Gewerbegebiete und aufgegebene Militärgelände bieten Entsiegelungspotenzial.

Entsiegelte Flächen verbessern den Wasserhaushalt und schaffen neue Grünräume. Sie können als Ausgleichsflächen für unvermeidbare Neuversiegelungen dienen. In einigen niedersächsischen Gemeinden gibt es bereits erfolgreiche Entsiegelungsprojekte.

Die Flächeneinsparung ist eine Querschnittsaufgabe. Sie verbindet Klimaschutz mit Naturschutz und Landwirtschaft. NIKIS zeigt Wege auf, wie Kommunen diese Aufgabe in ihre Bauleitplanung integrieren können. Jeder eingesparte Hektar ist ein Gewinn für Mensch und Natur.